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  Pädagogik: Liestaler Primarklasse nominiert für den JuniorWebAward 2010 (25.5.2010)

Die jüngsten Finalisten des diesjährigen nationalen Wettbewerbs „JuniorWebAward“ haben ein Durchschnittsalter von gerade mal 11 Jahren. Damit gehören sie zu den fünf besten ihrer Kategorie. Am Dienstag reisen die Kinder mit ihrem Lehrer Andreas Saladin nach Zürich um den Schlussrang im „Internet Oscar der Schweiz“ zu erfahren.

Die Klasse 5b der Primarschule Gestadeck in Liestal hat in 140 Tagen eine komplette Homepage zum Thema „Erfindungen“ kreiert. «Ich habe mit ihnen das Konzept besprochen und gezeigt, wie man eine einfache Homepage erstellt», so Klassenlehrer Andreas Saladin. «Von da an haben die Kinder selbstständig gearbeitet. So ganz nebenbei erarbeiteten sie sich eine hohe Medienkompetenz.» Von den Recherchen über die Zeichnungen und den Texten bis zum Layout der Website stammt alles von den Kindern selbst. Mittels Online-Kommentaren haben sie sich gegenseitig selber verbessert und motiviert. Ein paar Redaktionssitzungen, viel Heimarbeit und sogar Ferieneinsatz war nötig, um die Seite fristgerecht fertigzustellen.

«Auch haben wir uns überlegt, was wir selber erfinden würden», sagt der 11-Jährige Lionel, der einen Generator konstruiert hat, der mit Sonnenenergie arbeitet.

Mittlerweile ist die Klasse so fit, dass sie andere Schulklassen weiterbildet. Mehr über das innovative Schulprojekt ist auf der Klassenhomepage www.saladin-web.ch/kids zu erfahren.



Weitere Infos aus Sicht des Lehrers:

Manchmal geht es doch… (Ein Unterrichtsbeispiel 5. Primar)
Ich stellte meinen FünftklässlerInnen das Thema „Erfindungen verändern die Welt“. Als Hausaufgabe mussten sich die Kinder Material sammeln aus Büchern/Kindersuchmaschine Blinde-Kuh/Bibliothek.

In einer ersten Redaktionssitzung sammelten wir die Ideen und entwarfen an der Wandtafel eine mögliche Struktur der Seite.Mit dem Tool „google sites“ lassen sich auf einfachste Weise Homepages in kooperativen Lernumgebungen herstellen. Jedes Kind verfügt über einen individuellen Login und kann an seinem Thema in Gruppen oder alleine arbeiten. Die Lehrperson erfährt per Mail, wer, was und wann verändert hat. Ein Fehler kann mit einem Verlaufstool rückgängig gemacht werden. Eine Einführungssequenz von 2-3 Lektionen reicht aus, um den Kindern das Grundwissen zu vermitteln. Die anschliessende Arbeit ist mit acht SchülerInnen pro Lehrkraft optimal. Später können Kinder eingesetzt werden und anderen bei Problemen helfen.

Besonders interessant war die Interaktion in Gruppen. Ich sagte den Kindern nach der Einführung, dass ich mich jetzt zurückziehen würde. Ein Counter auf der Seite zeigte die Frist. Wir hatten 72 Tage bis zur Veröffentlichung. Ab und zu arbeitete ein Teil der Klasse in der Stunde daran, vieles wurde aber auch von zu Hause aus gemacht. Starke Schülerinnen und Schüler schrieben längere Texte oder mehrere. Gute Zeichner illustrierten die Texte, andere fotografierten die Bilder, bauten selber „eigene Erfindungen“ als Werkarbeit. In den gemeinsamen Zeichnungsstunden wurden „Maschinen“ mit Tusche gezeichnet, gescannt und anschliessend mit einem Malprogramm Farbvarianten ausprobiert.

Nach etwa zwei Wochen musste ich den Prozess wieder beleben mit einem Hinweis auf den Redaktionsschluss und die Möglichkeit, damit an dem Junior-Web-Award 2010 teilzunehmen. Die Möglichkeit, unter alle Arbeiten Kommentare zu schreiben wurde mit der Zeit von den Kindern genutzt. So gaben sie sich selber Hinweise, was besser formuliert werden musste oder wo ein Bild die Aussage unterstützen könnte. Diese unmittelbare Rückmeldung bewirkte eine hohe Interaktion zwischen den Kindern und den Gruppen. So wurde z.B. auch in den Ferien weiter daran gearbeitet. So ganz nebenbei erarbeiteten sich die Kinder eine hohe Medienkompetenz (Handhabung von Kameras, Schnittstellen, Malprogrammen, Suchmaschinen bedienen usw.). Ganz selbstverständlich wurden dabei auch instrumentelle Lernziele, sowie die klassischen Fertigkeiten geübt (eine Auswahl treffen, diskutieren, Dinge verwerfen oder neu entwerfen, Schreiben, Zeichnen, Lesen, Verstehen…). Parallel daneben arbeitete die Klasse an einem Salz-Wiki, wo eine Exkursion verarbeitet wurde. (auch auf www.saladin-web.ch/kids einsehbar)

Die Arbeit war im Nachhinein auf mehreren Ebenen anspruchsvoll. Die Technik spielte nicht immer mit, Funkverbindungen brachen ab, Bilder gingen verloren, Texte wurden zu früh gelöscht, viele Fragen stürzten gleichzeitig auf mich ein, Hilfestellung blieb dann teilweise zu lange aus. Sicher war auch unproduktive Zeit bei einzelnen entstanden, wenige schlüpften erfolgreich und arbeiteten auf Sparflamme. Aber alles in allem war es ein sehr befriedigendes neues Experiment, welches in höheren Primarklassen mit Sicherheit Potential hat. Bei mir war es nicht das letzte Mal!

 
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