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Zusatzmaterial zum Thema Verkehr


Verkehrswachstum: Das Problem Güterverkehr
Wie berechnet man den mittleren Autobesetzungsgrad?
Strassenverkehrsunfälle

Alle Tabellen in diesem Dokument stehen in Form einer Arbeitsmappe im Format Excel 4.0 zum Herunterladen zur Verfügung.


Verkehrswachstum: Das Problem Güterverkehr (siehe Grafik "Personen, Tonnen, Kilometer")

Der Alpenquerende Güterverkehr 1994 in Mio. t (netto)
(Binnen-, Import-, Export- und Transitverkehr)
  Schiene
  Total davon Transit
Frankreich Mont Cenis 7.7 2.9
Schweiz Simplon 4.6 4.0
Gotthard 13.2 10.1
Total 17.8 14.1
Österreich Brenner 8.3 7.7
Alpenbogen Total Mt Cenis bis Brenner 33.8 24.7
  Strasse
  Total davon Transit
Frankreich Fréjus 12.2 2.7
Mont Blanc 14.4 8.6
Total 26.6 11.3
Schweiz Gr. S.Bernhard 0.4 0.1
Simplon 0.1 0.0
Gotthard 5.0 2.7
S.Bernardino 0.6 0.1
Total 6.1 2.9
Österreich Rechen 0.8 0.5
Brenner 17.6 15.5
Total 18.4 16.0
Alpenbogen Total Fréjus bis Brenner 51.1 30.2

Grafischer Überblick:
a) Der Güterverkehr durch die Alpen auf Schiene 1994 (in Mio. t)

b) Der Güterverkehr durch die Alpen auf der Strasse 1994 (in Mio. t)

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Wie berechnet man den "Mittleren Autobesetzungsgrad"? (siehe Grafik "Wie viele Leute sitzen im Auto?")
(durchschnittliche Anzahl Autoinsassen pro zurückgelegten Kilometer)
Autofahrt Personen km Personen mal km
A 1 10 10
B 1 100 100
C 2 250 500
D 3 200 600
 
  Summe 560 1210
Rechnung 1210/560= 2.16 Personen

Bei diesem Durchschnitt handelt es sich um ein "gewichtetes Mittel", es gewichtet die verschiedenen Besetzungrade mit den gefahrenen Kilometern.

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Strassenverkehrsunfälle (siehe Grafiken "Strassenverkehrsunfälle")

Definitionen! Wer gilt als verletzt?
Die genauere Statistik unterscheidet 2 Kategorien von Verletzten:
- "schwerverletzt": schwere sichtbare Beeinträchtigungen, welche normale Aktivitäten zu Hause für mindestens 24 Stunden verhindern (wie Bewusstlosigkeit oder Knochenbruch oder Spitalaufenthalt)
- "leichtverletzt": geringe Beeinträchtingungen (z.B. oberflächliche Hautverletzungen).
  1993 1994
Verletzte Personen 28 210 29 278
- schwerverletzt 7 149 6 739
- leichtverletzt 21 061 22 539

Die sozialen Kosten der Strassenverkehrsunfälle

Strassenverkehrsunfälle verursachen riesige Kosten für unsere ganze Gesellschaft und Wirtschaft.
Im Jahr 1992 betrugen diese sozialen Kosten beispielsweise 6,8 Milliarden Franken (Schätzung des Bundesamtes für Statistik).

Über die Hälfte dieser Kosten betreffen dabei Personenschäden (54%), 46% betreffen Sachschäden. Zu den Personenschäden gehören Heil- und Wiedereingliederungskosten, die wirtschaftlichen Produktionsausfälle, Genugtuungsleistungen.
Bei beiden Kategorien sind auch die dazugehörigen Verwaltungs-, Polizei- und Justizkosten und die Versicherungskosten mitgerechnet.
Hier ein Ausschnitt aus der Pressemitteilung des Bundesamtes für Statistik

Die Produktionsausfälle in der Wirtschaft machen mit rund 2,2 Milliarden Franken (32,5%) den grössten Anteil der sozialen Kosten von Strassenverkehrsunfällen aus. Sie sind die Folge von Arbeitsunterbrüchen und vorzeitigem Arbeitsabbruch durch Tod oder Invalidität und stellen so auch gesellschaftlich gesehen einen grossen Verlust dar.
Die sogenannten menschlichen Kosten betragen 9,6% der sozialen Kosten; deren Schätzung beruht auf den Genugtuungsleistungen, die durch die Gerichte z.B. für körperlichen oder seelischen Schmerz zugesprochen wurden. Rund 10% der Kosten entstehen aus der medizinischen Heilung und Wiedereingliederung (5.4%) sowie aus den Administrativkosten der Versicherungen (4,5%).
Die sozialen Kosten pro verunfallte Person variieren je nach Schwere der Unfallfolgen: Pro Todesfall belaufen sich die gesamten Personenschäden auf 1,8 Millionen Franken, pro Invaliditätsfall auf 0,8 Millionen Franken, bei Unfallopfern mit vorübergehender Arbeitsunfähigkeit (mindestens drei Tage) auf 16'700 Franken.
Mit 34,1% machen die Fahrzeugschäden den weitaus wichtigsten Teil der Sachschäden aus. Deutlich weniger betragen die Administrativkosten für Motorfahrzeugversicherungen (9,7%) und die Kosten für Polizei und Justiz (3,5%). Pro polizeilich erfasstem Unfall werden die Sachschäden insgesamt auf 38'700 Franken geschätzt.

BFS, 22.10.1996 

Ergänzende Zahlen zu den Strassenverkehrunfällen:

Personengruppe 1994
Getötete 679    
davon Frauen 167    
Männer 466    
Kinder 46    
         
Getötete Lenker 447    
Getötete Mitfahrer 106    
Getötete Fussgänger 126    
Verletzte 29'278    
davon Frauen 10'223 Männer 16'442
Kinder 2'633    
       

Unfallorte 1994
Strassenverkehrsunfälle Total 82'278
davon ausserorts 25'722
innerorts 56'556
auf Autobahnen 8'058
auf Hauptstrassen 33'139
auf Nebenstrassen 31'665

Von den Verunfallten waren... (Zeitreihe)
Jahr Getötete
Total davon:
Fussgänger PW Motorräder Mofa Velo
1970 1'694 520 669 165 143 114
1971 1'773 537 668 191 189 119
1972 1'722 495 672 ... ... ...
1973 1'451 433 561 ... ... ...
1974 1'372 396 515 143 156 83
1975 1'243 312 508 143 133 85
1976 1'188 329 443 139 128 83
1977 1'302 359 528 135 141 77
1978 1'268 352 515 128 131 80
1979 1'268 321 569 118 127 69
1980 1'246 262 595 139 134 77
1981 1'165 269 479 156 123 72
1982 1'192 279 463 159 144 75
1983 1'159 241 516 162 123 72
1984 1'097 215 511 164 99 73
1985 908 410 125 90 60 75
1986 1'034 197 444 175 100 78
1987 952 216 413 151 75 59
1988 945 194 427 136 86 70
1989 925 145 442 148 85 71
1990 954 172 469 160 51 60
1991 860 166 438 114 35 66
1992 834 148 430 124 36 55
1993 723 124 356 120 48 43
1994 679 126 306 113 39 75
1995 692 126 335 106 29 53
Jahr Verletzte
Total davon:
Fussgänger PW Motorräder Mofa Velo
1970 35'981 6'393 17'455 3'837 4'514 2'437
1971 37'177 6'246 18'370 3'898 5'085 2'223
1972 37'108 6'073 18'389 ... ... ...
1973 32'800 5'341 15'790 ... ... ...
1974 31'749 5'254 15'052 3'576 4'622 2'115
1975 29'951 4'757 14'330 3'337 4'491 2'176
1976 28'778 4'535 12'716 3'394 4'799 2'344
1977 31'206 4'495 14'717 3'672 4'866 2'342
1978 32'305 4'287 16'051 3'668 4'999 2'232
1979 32'440 4'240 15'875 3'787 4'993 2'438
1980 32'326 4'075 15'944 4'208 4'702 2'306
1981 31'702 3'949 14'304 4'878 4'850 2'493
1982 31'358 3'825 13'789 5'185 5'024 2'559
1983 32'471 3'725 14'572 5'479 5'061 2'615
1984 30'578 3'530 13'532 5'225 4'542 2'668
1985 29'827 3'214 13'239 5'194 4'363 2'860
1986 30'346 3'416 13'783 5'162 4'107 2'823
1987 29'150 3'221 13'475 4'739 3'930 2'744
1988 30'083 3'355 14'228 4'588 3'835 2'875
1989 30'159 3'111 14'565 4'883 3'572 3'021
1990 29'243 3'088 14'805 4'684 2'470 3'041
1991 28'240 2'925 14'553 4'521 2'146 2'991
1992 28'683 2'935 15'047 4'246 2'079 3'232
1993 28'210 2'826 14'990 4'144 1'840 3'299
1994 29'278 2'764 15'755 4'115 2'012 3'551
1995 28'759 2'941 15'907 3'771 1'738 3'352

Zur Behandlung der grossen Zeitreihen-Tabelle:

Einstieg (z.B. auch Lebenskunde):
Beobachtung "von blossem Auge": In der Zeitreihe fällt auf:
- allgemeine Tendenz abnehmend - aber starke Unterschiede in den verschiedenen Kategorien (z.B. starker Rückgang bei Fussgängern, wenig Veränderung bei Motorrädern).

Zur Interpretation: Die Zahlen sprechen eine eindrückliche Sprache. In den letzten Jahrzehnten wurde vieles zur Unfallverhütung unternommen - mit Erfolg (siehe Fussgänger!).
Trotzdem - Vorsicht beim Interpretieren der Zahlen: Die Anzahl der Autos hat stark zugenommen, die der Fussgänger nicht... Motorräder werden meist nicht das ganze Jahr hindurch gefahren usw.

Möglichkeiten beim rechnerischen Vorgehen (Mathematik, Informatik):
- Ab-/Zunahmequote: als Bruch oder als Prozentveränderung zwischen verschiedenen Jahren.
Problem: Bei einzelnen, zufälligen Bezugsjahren wird das Ergebnis unzuverlässiger (die Entwicklung verläuft unregelmässig! evtl. testen lassen durch verschiedene Gruppen.).
- Zum Sichtbarmachen des Verlaufs sind Kurvengrafiken besonders geeignet. Nützlich dabei: Glätten der Kurve - statt jede einzelne Zahl einzutragen, bilden wir z.B. Fünfjahresmittel.

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Letzte Änderung: 18. September 1998